„Die gesetzliche Rente wird schon reichen“ – diesen Satz höre ich oft. Bis wir die Zahlen auf den Tisch legen. Dann wird klar: Zwischen dem, was Sie später brauchen, und dem, was die Kasse voraussichtlich zahlt, klafft bei vielen eine Lücke. Ich zeige Ihnen, wie groß die bei Ihnen ist und welche Wege sie ehrlich schließen.
Was die Rentenlücke wirklich bedeutet
Rentenlücke heißt schlicht: Wunschrente minus voraussichtliche gesetzliche Rente. Viele brauchen im Alter rund 70 bis 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens, um Miete, Alltag und ein Stück Lebensqualität zu halten. Die gesetzliche Rente liegt bei Durchschnittsverdienern oft deutlich darunter – häufig eher bei 40 bis 50 Prozent des letzten Nettos, je nach Erwerbsbiografie.
Ein Beispiel ohne Schönrechnen: Bei 2.800 Euro netto und einer voraussichtlichen Rente von etwa 1.400 Euro fehlen monatlich 700 bis 1.000 Euro, wenn Sie Ihren Standard halten wollen. Bei höherem Einkommen wird die Lücke oft noch größer. Das ist keine Panikmache – das ist Mathematik.
Warum Frühstart sich lohnt – und was wirklich hilft
Je früher Sie starten, desto stärker arbeitet der Zinseszins für Sie. Wer mit Anfang 30 regelmäßig spart, braucht oft deutlich weniger Monatsbeitrag als jemand, der erst mit Mitte 40 beginnt – bei gleichem Zielkapital. Ein typischer Rahmen: 100 bis 250 Euro monatlich in eine sinnvolle Vorsorge können je nach Startalter und Laufzeit einen großen Teil der Lücke schließen. Spät starten geht auch. Es wird nur teurer oder das Ziel muss angepasst werden.
Die Wege sind unterschiedlich: betriebliche Altersvorsorge (bAV), wenn der Arbeitgeber mitmacht; Fondssparpläne für Flexibilität; Rürup vor allem für Selbstständige mit Steuervorteil; klassische private Rentenversicherung, wenn Garantien und Planungssicherheit im Vordergrund stehen. Nicht alles passt zu jedem. Ich verkaufe kein Paket von der Stange – ich schaue, was zu Einkommen, Familie und Risikoneigung gehört.
Wo es in der Praxis hakt
Ich sehe regelmäßig Vorsorgeverträge, die seit Jahren laufen – ohne dass jemand geprüft hat, was am Ende ankommt. Hohe Kosten, starre Laufzeiten oder eine Zielrente, die zum Leben nicht mehr passt. Manchmal fehlt auch nur der Überblick: drei kleine Verträge, aber keine klare Summe.
Wichtig zu wissen: Bestehende Verträge sind nicht automatisch schlecht. Manchmal reicht eine Anpassung. Manchmal ist der alte Vertrag einfach in Ordnung. Dann lassen wir ihn in Ruhe.
Was ich konkret für Sie prüfe
- Wie hoch ist Ihre realistische Wunschrente – und was zahlt die gesetzliche Rente voraussichtlich?
- Welche Verträge haben Sie bereits – und was kommt am Ende wirklich an?
- Wie hoch sind Kosten und Flexibilität bei bestehenden und möglichen Lösungen?
- Welche steuerlichen Effekte haben bAV, Rürup oder private Vorsorge in Ihrer Situation?
- Passt der Beitrag dauerhaft zu Ihrem Budget – auch wenn das Leben mal enger wird?
- Was fehlt noch bis zur Zielrente, und welcher Mix schließt die Lücke am sinnvollsten?
Altersvorsorge ist kein Produktkauf. Es ist eine ehrliche Rechnung plus die Frage, was Sie später wirklich brauchen. Wenn Sie unsicher sind, wie groß Ihre Rentenlücke ist – oder ob Ihre bisherigen Verträge schon reichen: Das schaue ich gerne gemeinsam mit Ihnen durch. Kostet nichts, bringt Klarheit.